
PNEUMA 2.2 (2024)
Weiterentwickelte Version

Die weiterentwickelte Version von Pneuma ist eine operable Klanginstallation, die aus diversen Tierhörnern, Druckluft- und Kontrolltechnik besteht und für automatisierte, programmierte Abläufe und/oder manuelle Klangperformances ausgelegt ist. Mit speziell gebauten Mundstücken versehene Hörner sind in eine Installation aus metallischen Sanitärrohren, die mittels Kompressoren, einem Luftspeicher und pneumatischen Leitungen mit Druckluft versorgt werden, integriert. Durch die manuellen Ventile und Mundstücke kann der Luftstrom so gesteuert werden, dass die Hörner in einer diversen Bandbreite an Klängen tönen. Eine programmierte Kontrolleinheit kann die elektronischen Ventile nach einer eingestellten Sequenz öffnen und schließen und erlaubt so kompositorische Gestaltung. Der manuelle und digital-elektronische Modus lassen sich entweder separat ausführen oder beide können in einer korrespondierenden Weise zusammenkommen.
In Pneuma, einer spielbaren Klanginstallation mit Kompressor, Luftdrucktechnik und Tierhörnern, nötigt Druck, Luftmenge und -schwingung diese auf vielfältige Weise zu ertönen: Klang und Klage werden laut, und damit das Dominanzverhältnis des Menschen mittels Technik gegenüber der Natur. Die in der Arbeit genutzten Hörner stehen stellvertretend für solche die in religiösen Ritualen geblasen werden, um festliche Anlässe zu signalisieren.
Der Titel Pneuma (gr. πνεῦμα, dt. ‚Wind, Hauch, Atem, Geist‘) geht von dem antiken Konzept eines universalen alles durchziehenden Prinzips aus über die christliche Begriffswendung als dem Wirken des Heiligen Geistes auf die technologisch-industrielle Verwendung komprimierter Luft durch pneumatische Geräte zur Verrichtung von Arbeit. Damit zeichne ich eine Geistes- und Kulturgeschichte der Naturbeherrschung, die sich begrifflich aus einer naturhaften Phänomenologie zum bestimmenden Prinzip erhebt und Techniken der Naturbeherrschung hervorbringt. In der performativen Operation der Installation wirkt der Mensch jedoch selbst wie darin eingesperrt. In Pneuma ertönt das Genötigtsein der Kreatur. Es geht um Ausdruck und Druckausgleich, um Artikulation, und um eine Selbstverortung in einer technisierten Welt.

Detail
PNEUMA 2.0
manueller Modus
PNEUMA 2.0
automatisierter Modus



PNEUMA 2.0
Hörner (Kuh, Schofar, Muschel, Oryx), Mundstücke (Fittings, Silikonelemente), Kompressoren, Lufttank, Regler, pneumatische Ventile und Schläuche, Metallrohre, Tonvogel
Ein manueller Modus für Aufführungen und einer für die automatische Wiedergabe.




Dank an Peter Schröder für den Bau und die Programmierung des Controllers.
Horns
Zusammenschnitt 00:40, 2023
Als 4-Kanal-Videoinstallation konzipiert.

PNEUMA in der ersten Fassung (2019)
(noch nicht akustisch funktionsfähig)
präsentiert im Weltkunstzimmer Düsseldorf

TELLURIUM 2.2 & PNEUMA 2.2
in der Ausstellung Klangkörper – Künstlerische Musikinstrumente
21. Juni bis 13. Oktober 2024 im Kunstmuseum Heidenheim